Google advises newspapers: Experiment, experiment, experiment!

The quest of newspapers to make their online journalism profitable is still a big challenge. This week Hal R. Varian, Google’s chief economist since 2007 and emeritus professor at the University of California at Berkely, gave a presentation on “Newspaper Economics” at Google’s Berlin office. Maybe this was in reaction to the very critical open letter “Why we fear Google” to Eric Schmidt by Mathias Döpfner, CEO of Europe’s largest publishing house Axel Springer. Since I found Varian’s keynote very interesting, I sum up some of his findings and theses.

- Online access to news is still very popular, but people spend only little time on them. A major reason for this is the tough competition for attention especially by social media. The short time spent on news is a big problem for the ad revenues of newspapers.
– People access online news more frequently, but read them less than in print media.
– Revenue from news access per minute is the same online and offline.
– Therefore, newspapers must increase user engagement. The goal is to make users spend more time on newspaper websites.
– To achieve this, newspapers should experiment, experiment, experiment!
– Recommendation for a new business model: task-based monetization. This means users shall answer survey questions for market research before they can access premium content for free in exchange. If they do not answer, they have to pay for this content.

33 Millionen Mailadressen für 8000 Euro

Der schwunghafte illegale Handel mit Mailadressen ist leider ein lukratives Geschäftsmodell zum Spammen. Vor einigen Wochen erhielt ich die folgende Mail eines solchen Anbieters. Da sie „hübsch“ konkret ist und sogar den Preis nennt, veröffentliche ich sie hier, natürlich ohne Kontaktdaten. Dazu passt die Meldung von Heise Security „Unbekannte bieten 33 Millionen E-Mail-Adressen feil“, auf die ich eben bei der Recherche gestoßen bin.

Guten Tag,

Falls Sie auf der Suche nach neuen Email-Adressen aus Deutschland sind dann sind Sie bei mir genau richtig.

Ich kann Ihnen folgendes anbieten:

5,5 Millionen @gmx.de Emails.
5,8 Millionen @t-online.de Emails.
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3,2 Millionen @hotmail.com Emails.
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6,8 Millionen @.de Emails (verschiedene Domains)

Die Emails sind alle geprüft und gültig.

Preis für alle Email-Adressen 8000 Euro

Falls Sie Interesse haben können Sie mich kontaktieren.

ICQ: …

Zum Tod von Frank Schirrmacher

Durch den Tod des FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher hat Deutschland einen großen Denker verloren. Er war einer der profiliertesten Journalisten und Publizisten. Hervorheben möchte ich seine Leistung, das Feuilleton dazu zu bewegen, sich weniger um sich selbst zu drehen, sondern sich mit den großen Herausforderungen zu beschäftigen, die naturwissenschaftliche und technische Entwicklungen wie die Digitalisierung für die Gesellschaft bedeuten. Das ist umso bemerkenswerter in einem Genre, in dem allzu viele Theater-, Film- und Buchkritiker in ihren Artikeln lieber im Elfenbeinturm ihre (Pseudo-)Intellektualität eitel zur Schau stellen als ihre Aufgabe zu erfüllen, die Leser über die jeweiligen Werke zu informieren und eine begründete, verständliche und damit nachvollziehbare Beurteilung zu bieten. Stellvertretend für die vielen Nachrufe und Würdigungen empfehle ich „Ein sehr großer Geist“ und „Der Überwältiger“.

Lesenswert waren nicht nur Schirrmachers Artikel in der FAZ, sondern auch seine Tweets, in denen er oft prägnant die Auswüchse von Big Data benannte. Nachdenklich zeigte er auf, wie die allumfassende Informationstechnik und die damit verbundene Reizüberflutung unser Denken und Handeln verändern. Es bleibt zu hoffen, dass die FAZ sein Erbe einer fundierten und kritischen Auseinandersetzung mit den Schattenseiten der Digitalisierung und ihren mächtigen Treibern und Akteuren fortsetzt, sei es Google, Facebook oder die NSA!

Das Denglisch-Commitment in der IT

Seit langem schwadronieren Heerscharen von Marketing-Fuzzis im schlimmsten Denglisch. Durch den überbordenden Gebrauch von Anglizismen wollen sie modern, weltmännisch und hip (ok, auch ein Anglizismus) erscheinen. Meist wirkt es jedoch eher lächerlich, zumal es im Regelfall ein entsprechendes deutsches Wort gibt. Bemerkenswerterweise fällt es Engländern und Amerikanern nicht im Traum ein, ihre Sprache derart zu verhunzen. Ausgerechnet daran nehmen sich die Deutschen kein Beispiel, die sonst gierig fast jeden Trend aus den USA aufsaugen. Relativ neu ist nun der Hang, insbesondere im IT-Bereich englische Wörter oft mit lateinischer Wurzel zu merkwürdig gedrechselten Fremdwörtern umzumodeln. Das soll furchtbar intelligent klingen, liest sich in geballter Form aber ungefähr so: Wir monitoren die Performanz von Metadaten nativer Entitäten, committen uns aber in der kompetitiven Automotive-Branche, die Sensitivität des Narrativs zu detektieren.

Gefahren der Digitalisierung

Auch wenn die folgenden zwei Webtipps nicht mehr taufrisch sind, möchte ich sie wegen ihrer grundsätzlichen thematischen Bedeutung für die Digitalisierung unserer Welt dem geneigten Leser bzw. Zuschauer wärmstens empfehlen.

In seiner TV-Doku „Netwars – Krieg im Netz“ auf Arte zeigt Marcel Kolvenbach, wie leicht ein kleines Hackerteam binnen dreier Tage in das Strom- und Wassernetz von Ettlingen bei Karlsruhe einbrechen kann und die Kontrolle darüber gewinnt, so dass es die Versorgung der Stadt kappen könnte. Das Beispiel illustriert eindrucksvoll die Möglichkeiten des Cyberkriegs im Bereich der kritischen Infrastrukturen. Eine Reihe internationaler Fachleute nimmt im Film dazu Stellung.

In einem flammenden offenen Brief an Google-Chef Eric Schmidt prangert Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Alex Springer, den Monopolmissbrauch des Suchmaschinenkonzerns an. Er antwortet damit auf einen Text Schmidts, den die FAZ ein paar Tage zuvor veröffentlicht hatte und in dem der Springer-Verlag mehrfach erwähnt wird. Unter dem Titel „Warum wir Google fürchten“ erklärt Döpfner prägnant, wie Google seine Dominanz in der Netzwelt ausnutzt und weiter ausbauen will. Darunter leidet nicht nur der Springer-Verlag, sondern auch die europäische Digitalwirtschaft und durch die allumfassende Datenerfassung und -verwertung wir alle. Wie in vielen anderen Branchen zeigt sich eben auch in der IT-Branche, dass eine marktbeherrschende Stellung in aller Regel ausgenutzt wird. Umso wichtiger ist es, dass Politik und Gesellschaft sich dieser Gefahren bewusst werden und ihnen Einhalt gebieten. Döpfners Brief leistet dazu einen Beitrag.

Die Big Brother Lamp

Es gibt geradezu Legionen überflüssiger und absurd anmutender Segnungen des Digital-Zeitalters. Mein derzeitiger Favorit ist die Good Night Lamp. Dabei handelt es sich um ein soziales Netzwerk per Lichtsignal: Schaltet zum Beispiel die Oma ihre „Big Lamp“ ein, so werden über das globale Mobilfunknetz auch die „Little Lamps“ ihrer in der Ferne lebenden Enkel eingeschaltet. Die Londoner Designerin Alexandra Deschamps-Sonsino verweist auf die wachsende Zahl von Single-Haushalten und erleuchtet uns mit ihren Erklärungen: „Es gibt einen Bedarf an beruhigender Vergewisserung, etwas, was man anschauen kann und was einem mitteilt, dass es einem lieben Menschen okay geht. … Es ist eine gute Art, anderen zu sagen: Ich bin zu Hause. … Wenn du heimkommst und du willst das deiner Mutter nicht wissen lassen, dann schalte die Lampe nicht an.“ Wahrlich ein Produkt, auf das die Welt gewartet hat: Die Big Brother Lamp.

Good reasons not to give in to cyber-blackmailers

The platform meetup.com, “the world’s largest network of local groups” as it calls itself, recently was hit by a distributed denial-of-service (DDoS) attack. Meetup’s co-founder and CEO Scott Heiferman described the course of events, attacks and countermeasures in a blogpost. It all started with this email that he got:
“A competitor asked me to perform a DDoS attack on your website. I can stop the attack for $300 USD. Let me know if you are interested in my offer.”
Heiferman chose not to pay for several reasons that can serve as good advice for other cybercrime victims. He explains them:
“1. We made a decision not to negotiate with criminals.
2. The extortion dollar amount suggests this to be the work of amateurs, but the attack is sophisticated. We believe this lowball amount is a trick to see if we are the kind of target who would pay. We believe if we pay, the criminals would simply demand much more.
3. Payment could make us (and all well-meaning organizations like us) a target for further extortion demands as word spreads in the criminal world.
4. We are confident we can protect Meetup from this aggressive attack, even if it will take time.”
After three days the attacks stopped. The platform is stable again.