Impressionen von StopWatchingUs

Berlin, wie bist du demomüde geworden! Egal ob es um die Bebauung der East Side Gallery, um die Zwangspsychiatrie von Gustl Mollath oder um die allumfassende Überwachung durch NSA & Co. geht, es raffen sich oft nur noch wenige Bürger dazu auf, ihren Protest auf die Straße zu tragen. Auch wenn heute sicher die heißen Temperaturen die Demonstrantenschar dezimiert haben, ist dieser Verzicht auf demokratische Teilhabe doch bedauerlich, zumal viele Forderungen bei Umfragen von einer Mehrheit der Bevölkerung geteilt werden.

Hier einige Impressionen des heutigen Protests am Brandenburger Tor vor der US-Botschaft.
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Mr. Wowereit, don’t tear down this wall!

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10,000 Berliners and 1 David Hasselhoff protested against the plan of the Berlin government and investors to tear down parts of the wall along the famous east side gallery to make room for luxury buildings on the former death strip along the Spree river. The US would never consider dismounting a leg of the statue of liberty to make space for apartments with a nice water view. The east side gallery is our equivalent, a landmark of the 40+-year-long separation of the world into east and west. It is the only place where the wall can still be seen and understood in a stretch of 1,3 kilometers. We owe it to the victims of the death strip, to us and to future generations to preserve this unique memorial. Last year Berlin’s financial minister Ulrich Nußbaum decided that the east side gallery has no meaning for Berlin as a whole and therefore it does not need special protection. Mr. Nußbaum, it just has a meaning for the world…

Sign petition: http://www.change.org/de/Petitionen/save-berlin-s-east-side-gallery-from-being-deconstructed-for-luxury-condos-on-the-former-death-strip

Die Berliner Gedächtnislücke

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Ein Treppenwitz der Geschichte: Wegen einer geplanten Luxusimmobilie sollen Teile der Berliner Mauer an der East Side Gallery entfernt werden. Schafft jetzt das Kapital, woran sich der Sozialismus die Zähne ausgebissen hat – die Maueropfer im öffentlichen Bewusstsein vergessen zu machen? Luxusimmobilien haben auf dem früheren Todesstreifen am Gedenkort East Side Gallery nichts verloren. Doch der Protest hat sich gelohnt, denn die Abrissarbeiten wurden für heute gestoppt. Das Foto zeigt einen Teil der Demonstranten und die Polizei um 13.30 Uhr.

Es ist wahrlich erstaunlich, wie in einer Stadt, wo man es beim Bauprojekt Flughafen BER nicht einmal fertigbringt, das Licht auszuschalten, ein derartiges Abbauprojekt durchgepeitscht werden soll.

Näheres z.B. im Tagesspiegel und der Washington Post.

Impressionen vom Berlin-Derby

Was für ein denkwürdiger und historischer Tag gestern! Da freut man sich als Fan seit Wochen auf den Besuch des Derbys Hertha gegen Union und dann tritt Stunden zuvor ausgerechnet am Rosenmontag der Papst zurück. Für mich sind die beiden völlig unterschiedlich anmutenden Großereignisse kurios miteinander verbunden, denn zuletzt war ich bei der Papstmesse 2011 im Olympiastadion. Gestern habe ich aber mehr gesungen 🙂

Als seit vielen Jahren in Berlin lebender Augsburger ist das sportliche Aufeinandertreffen von Ost und West für mich aus vielen Gründen immer noch etwas ganz Besonderes und im Grunde Schönes, denn Jahrzehnte lang war eine solche Begegnung in einer Liga leider unmöglich. Als Union-Fan genoss ich daher am Nachmittag die Atmosphäre des Treffens der Anhänger der Eisernen neben der Gedächtniskirche. Die gute Stimmung verflog leider rasch, als in der Unterführung der Hardenbergstraße ein herbeieilender Polizeikordon uns ca. zehn Minuten lang am Betreten des Bahnhofs Zoo hinderte. Da von hinten weiter Leute nachdrängten, wurde es schnell ungemütlich und die Stimmung drohte, aggressiv zu werden. Da man sich eingekeilt von Fans weder vor- noch zurückbewegen konnte und nicht wusste, wie lange diese Situation dauert und ob sie sich weiter zuspitzt, wirkte das Ganze etwas bedrohlich. Da wäre es hilfreich gewesen, wenn die Polizei uns über Lautsprecher über den Grund der Sperrung und deren voraussichtliche Dauer informiert hätte. Das hätte den Dampf rausgelassen.

Dafür ging es anschließend im Olympiastadion bei aller Leidenschaft der Unioner und Herthaner auf den Rängen friedlich zu, soweit ich das beurteilen konnte, von der berüchtigten Pyrotechnik in der Union-Kurve abgesehen.

Hier ein beeindruckendes Video mit Bildern und Fanchören aus beiden Lagern:
http://www.youtube.com/watch?v=erfG12GTaBk&feature=youtu.be
Das Gänsehaut-Feeling kommt sehr gut rüber. Den Pyroeinsatz lehne ich übrigens ab, da es meines Erachtens nur eine Frage der Zeit ist, bis das in deutschen Stadien zu einem Brand führt, der fürchterliche Folgen für die Zuschauer haben könnte. Super Stimmung hin oder her, Leib und Leben sind einfach wichtiger. Das Spiel ging verdient 2:2 aus, wobei die Aufholjagd der Herthaner schmerzte. Dafür haben wir den Sängerwettstreit klar gewonnen 🙂 Mein Lieblingsgesang kommt am Ende des Clips (ab 8:40 Minuten): FC Union, unsere Liebe, unsere Mannschaft, unser Stolz, unser Verein, Union Berlin, Union Berliiiiiiin!!!