Smartphones helfen bei der Parkinson-Diagnose

Smartphones begleiten immer mehr Zeitgenossen auf Schritt und Tritt. Die einen erklären ihre digitalen Assistenten für unverzichtbare Helfer in der modernen Welt und sind ohne sie aufgeschmissen, andere rümpfen darüber kulturpessimistisch die Nase. Fakt ist, dass es kaum mehr einen Lebensbereich gibt, in dem Smartphones keine wachsende Rolle spielen. Die Zahl und Art der Anwendungen ist schier unüberschaubar geworden. Nun machte mich eine Pressemitteilung auf eine Anwendung aufmerksam, die ich für sehr interessant halte. Sie macht die Einsatzbreite der schlauen Telefone deutlich. Nach einem Bericht der British Science Association ist es nämlich einem Mathematiker der Aston University gelungen, die Symptome von Parkinson und anderer degenerativer Krankheiten mit den Smartphones der Patienten fortlaufend aufzuzeichnen. Das Gerät sammelt Bewegungsdaten, misst Veränderungen in der Stimme und speichert sie für Patienten und Arzt. So wird es zum Diagnosewerkzeug. Derzeit arbeitet das Team um den Wissenschaftler an einem Mobilformat zur täglichen Analyse mit Feedback für den Patienten.

Als medizinischer Laie kann ich den wissenschaftlichen Wert dieser Entwicklung nicht wirklich beurteilen. Erstaunlich finde ich es aber allemal, welche Anwendungen die Smartphone-Technik ermöglicht. Trotz allem Fortschrittsglauben: Die Behauptung des TV-Philosophen Richard David Precht, Smartphones machten in den nächsten Jahren Hausärzte überflüssig, halte ich für Unsinn.

Briten sorgen sich um Datenschutz bei Big Data

In Diskussionen über Datenschutz im Zeitalter von Big Data wird gerne behauptet, dass Datenschutz nur ein Thema in Deutschland sei. Die angelsächsische Welt hingegen sei frei von den notorischen deutschen Bedenkenträgern, stehe den Chancen der massenhaften Datenerhebung und -auswertung viel aufgeschlossener gegenüber und hacke nicht immer nur auf den Risiken wie der Bedrohung der Privatsphäre herum. Post-Privacy sei angesagt, Datenschutz dagegen von vorgestern.

Dass diese Einschätzung zu holzschnittartig ist und die Realität sich differenzierter darstellt, zeigt eine neue Studie der Unternehmensberatung KPMG. 1600 Verbraucher in Großbritannien wurden dazu über ihre Einstellung gegenüber dem Internet der Dinge befragt. KPMG zieht das Fazit: „UK consumers fear that technology is overtaking their lives, with many increasingly concerned about the pace of change they face. Results also highlight discomfort with the greater surveillance of everyday life and a cynicism about the need for connected devices.“
Einige Ergebnisse der Befragung:
– More than half (58 percent) resent the idea that computers seem to run their lives “wherever I go” and 70 percent suggest that with the marketplace flooded by inter-connected devices, it’s too easy for things to go wrong.
– UK consumers are hankering after a return to ‘simple’ technology. For example, 54 percent mainly want their phone only to make calls and the majority think that more advanced internet-based products such as smart fridges which self-order food or cookers reminding owners about recipes weren’t seen as necessary.
– Respondents questioned how it’s possible to keep personal information private, with 56% of those polled concerned about a “Big Brother” effect occurring as a result of these products and the pace at which they are being produced and implemented.
– Security and privacy are high on the list of worries for the consumer with 62% of believing that there is insufficient concern about it.

Doch auch der mögliche Nutzen des Internets der Dinge wird durchaus erkannt:
– Respondents are quick to recognise that inter-connected devices can bring benefits, with 48 percent welcoming the idea that smart meters can save energy and money. Four in 10 also suggest that health monitors which issue warnings about impending illness are a good idea and 46 percent want to use security systems to monitor their property whilst away from home.

33 Millionen Mailadressen für 8000 Euro

Der schwunghafte illegale Handel mit Mailadressen ist leider ein lukratives Geschäftsmodell zum Spammen. Vor einigen Wochen erhielt ich die folgende Mail eines solchen Anbieters. Da sie „hübsch“ konkret ist und sogar den Preis nennt, veröffentliche ich sie hier, natürlich ohne Kontaktdaten. Dazu passt die Meldung von Heise Security „Unbekannte bieten 33 Millionen E-Mail-Adressen feil“, auf die ich eben bei der Recherche gestoßen bin.

Guten Tag,

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ICQ: …

Zum Tod von Frank Schirrmacher

Durch den Tod des FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher hat Deutschland einen großen Denker verloren. Er war einer der profiliertesten Journalisten und Publizisten. Hervorheben möchte ich seine Leistung, das Feuilleton dazu zu bewegen, sich weniger um sich selbst zu drehen, sondern sich mit den großen Herausforderungen zu beschäftigen, die naturwissenschaftliche und technische Entwicklungen wie die Digitalisierung für die Gesellschaft bedeuten. Das ist umso bemerkenswerter in einem Genre, in dem allzu viele Theater-, Film- und Buchkritiker in ihren Artikeln lieber im Elfenbeinturm ihre (Pseudo-)Intellektualität eitel zur Schau stellen als ihre Aufgabe zu erfüllen, die Leser über die jeweiligen Werke zu informieren und eine begründete, verständliche und damit nachvollziehbare Beurteilung zu bieten. Stellvertretend für die vielen Nachrufe und Würdigungen empfehle ich „Ein sehr großer Geist“ und „Der Überwältiger“.

Lesenswert waren nicht nur Schirrmachers Artikel in der FAZ, sondern auch seine Tweets, in denen er oft prägnant die Auswüchse von Big Data benannte. Nachdenklich zeigte er auf, wie die allumfassende Informationstechnik und die damit verbundene Reizüberflutung unser Denken und Handeln verändern. Es bleibt zu hoffen, dass die FAZ sein Erbe einer fundierten und kritischen Auseinandersetzung mit den Schattenseiten der Digitalisierung und ihren mächtigen Treibern und Akteuren fortsetzt, sei es Google, Facebook oder die NSA!

Das Denglisch-Commitment in der IT

Seit langem schwadronieren Heerscharen von Marketing-Fuzzis im schlimmsten Denglisch. Durch den überbordenden Gebrauch von Anglizismen wollen sie modern, weltmännisch und hip (ok, auch ein Anglizismus) erscheinen. Meist wirkt es jedoch eher lächerlich, zumal es im Regelfall ein entsprechendes deutsches Wort gibt. Bemerkenswerterweise fällt es Engländern und Amerikanern nicht im Traum ein, ihre Sprache derart zu verhunzen. Ausgerechnet daran nehmen sich die Deutschen kein Beispiel, die sonst gierig fast jeden Trend aus den USA aufsaugen. Relativ neu ist nun der Hang, insbesondere im IT-Bereich englische Wörter oft mit lateinischer Wurzel zu merkwürdig gedrechselten Fremdwörtern umzumodeln. Das soll furchtbar intelligent klingen, liest sich in geballter Form aber ungefähr so: Wir monitoren die Performanz von Metadaten nativer Entitäten, committen uns aber in der kompetitiven Automotive-Branche, die Sensitivität des Narrativs zu detektieren.

Gefahren der Digitalisierung

Auch wenn die folgenden zwei Webtipps nicht mehr taufrisch sind, möchte ich sie wegen ihrer grundsätzlichen thematischen Bedeutung für die Digitalisierung unserer Welt dem geneigten Leser bzw. Zuschauer wärmstens empfehlen.

In seiner TV-Doku „Netwars – Krieg im Netz“ auf Arte zeigt Marcel Kolvenbach, wie leicht ein kleines Hackerteam binnen dreier Tage in das Strom- und Wassernetz von Ettlingen bei Karlsruhe einbrechen kann und die Kontrolle darüber gewinnt, so dass es die Versorgung der Stadt kappen könnte. Das Beispiel illustriert eindrucksvoll die Möglichkeiten des Cyberkriegs im Bereich der kritischen Infrastrukturen. Eine Reihe internationaler Fachleute nimmt im Film dazu Stellung.

In einem flammenden offenen Brief an Google-Chef Eric Schmidt prangert Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Alex Springer, den Monopolmissbrauch des Suchmaschinenkonzerns an. Er antwortet damit auf einen Text Schmidts, den die FAZ ein paar Tage zuvor veröffentlicht hatte und in dem der Springer-Verlag mehrfach erwähnt wird. Unter dem Titel „Warum wir Google fürchten“ erklärt Döpfner prägnant, wie Google seine Dominanz in der Netzwelt ausnutzt und weiter ausbauen will. Darunter leidet nicht nur der Springer-Verlag, sondern auch die europäische Digitalwirtschaft und durch die allumfassende Datenerfassung und -verwertung wir alle. Wie in vielen anderen Branchen zeigt sich eben auch in der IT-Branche, dass eine marktbeherrschende Stellung in aller Regel ausgenutzt wird. Umso wichtiger ist es, dass Politik und Gesellschaft sich dieser Gefahren bewusst werden und ihnen Einhalt gebieten. Döpfners Brief leistet dazu einen Beitrag.

Die Big Brother Lamp

Es gibt geradezu Legionen überflüssiger und absurd anmutender Segnungen des Digital-Zeitalters. Mein derzeitiger Favorit ist die Good Night Lamp. Dabei handelt es sich um ein soziales Netzwerk per Lichtsignal: Schaltet zum Beispiel die Oma ihre „Big Lamp“ ein, so werden über das globale Mobilfunknetz auch die „Little Lamps“ ihrer in der Ferne lebenden Enkel eingeschaltet. Die Londoner Designerin Alexandra Deschamps-Sonsino verweist auf die wachsende Zahl von Single-Haushalten und erleuchtet uns mit ihren Erklärungen: „Es gibt einen Bedarf an beruhigender Vergewisserung, etwas, was man anschauen kann und was einem mitteilt, dass es einem lieben Menschen okay geht. … Es ist eine gute Art, anderen zu sagen: Ich bin zu Hause. … Wenn du heimkommst und du willst das deiner Mutter nicht wissen lassen, dann schalte die Lampe nicht an.“ Wahrlich ein Produkt, auf das die Welt gewartet hat: Die Big Brother Lamp.