Wen Lanz aussprechen lässt und wen nicht

In der Aufregung um den Umgang von Markus Lanz mit Sarah Wagenknecht und die sich daraus speisende Online-Petition gegen den ZDF-Talker (derzeitiger Stand: immerhin über 226.000 Stimmen) kommt eine interessante Statistik zu kurz, die der Blogger Stefan Niggemeier erhoben hat und die in diesem Zusammenhang erhellend ist. Danach hat Lanz 2013 bis zur Bundestagswahl so viele FDP-Politiker als Talk-Gäste eingeladen, dass die Liberalen im Vergleich zu anderen Parteien auf eine Traumquote von 28 Prozent kamen – wahrlich fern der Fünf-Prozent-Hürde. Ein Trost für die Linkspartei: Genutzt hat es der FDP nicht, dass Lanz deren Politiker so lange aussprechen ließ…

Dass das ZDF ausgerechnet ihn zum Wetten, dass-Moderator kürte, darüber habe ich damals den Kopf geschüttelt. Bis auf die Senderverantwortlichen war allen Zuschauern klar, dass Lanz jeglicher Humor abgeht und er als Nachfolger des super-schlagfertigen Thomas Gottschalk denkbar ungeeignet ist.

Als Talkshow-Gastgeber muss er hingegen kein Humorbolzen sein. Was ihn mir aber besonders unsympathisch macht, ist seine beifallheischende Neigung. Er sagt vor allem das, was seiner Meinung nach ankommt, nicht weil er davon überzeugt ist. Mit dieser Fähnchen-nach-dem-Wind-Taktik lässt er das vermissen, was leider vielen im Medien- und Politik-Zirkus fehlt und was die Beliebtheitswerte von Helmut Schmidt nach oben getrieben hat: Haltung.

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