Facebook: Gefällt mir nicht (Teil 3)

3. These: Die Nutzung von Facebook ist teilweise Zeitverschwendung.

Als ich bei Facebook registriert war, wunderte ich mich immer wieder, welche gedankenlosen, irrelevanten und überflüssigen Meldungen selbst intelligente Bekannte unter meinen Kontakten dort absonderten. Natürlich gab es von ihnen auch interessante, geistreiche, unterhaltsame oder einfach nur nette Nachrichten. Aber nach einigen Monaten Mitgliedschaft mit wachsender Kontaktzahl kam ich zu dem Ergebnis, dass es mir mehr gibt, mich mit wirklichen Freunden offline, also persönlich oder telefonisch auszutauschen, als mit den Fake(book)-Freunden online. Das ist selbstverständlich eine subjektive Sicht und Entscheidung.

Auf alle Fälle konnte ich mich vor der Beendigung meiner Mitgliedschaft nur mit Mühe zurückhalten zu posten: „Liebe Facebook-Kontakte! Bevor es auch bei mir so weit kommt, dass ich hier allen mitteile ‚Muss jetzt aufs Klo‘ und dann eine Vielzahl von Leuten ‚Gefällt mir‘ klickt, verabschiede ich mich von dieser Plattform und kümmere mich lieber um das richtige Leben. Wir sprechen uns hoffentlich dort.“

Fortsetzung folgt.

1. These: Facebook hat ein unseriöses Geschäftsmodell.
2. These: Facebook kommuniziert unseriös.
4. These: Facebook macht seine Nutzer süchtig.
5. These: Facebook kann Spaß machen und Menschen zusammenbringen.
6. These: Wir brauchen eine seriöse Alternative und stärkeren Protest gegen Missbrauch.

6 Gedanken zu „Facebook: Gefällt mir nicht (Teil 3)

  1. Gebe Ihnen recht. Das Mitteilungsbedürfnis mancher Menschen scheint eher ein Fall für einen Psychologen zu sein. Dort wären manche Zeitgenossen besser aufgehoben. Man kann sich dort auf die Couch legen oder in einem bequemen Sessel platz nehmen. Sie sind nicht der einzige, dem Facebook, Twitter und Gefällt mir auf die Nerven geht.

    • Mehr oder weniger sinnvolle Äußerungen gibt es sicher in allen sozialen Netzwerken, so wie das auch in Gesprächen der Fall ist. Facebook-Nutzer sind nach meiner Erfahrung besonders plapperfreudig. Die Twitter-Meldungen finde ich alles in allem geistreicher, was u.a. darauf zurückzuführen sein dürfte, dass ich mir die Leute besser aussuchen kann, denen ich (https://twitter.com/ulrichhottelet) „follow“. Bei Facebook gerät man durch den sozialen Kontakt mit Bekannten/Freunden leicht unter Druck, Freundschaftsanfragen anzunehmen, um privaten Ärger zu vermeiden. Dafür darf man dann dauernd lesen, wie es dem Hund geht…

  2. I’d argue that what you’re missing is real life in motion and that the in-person get-togethers, while important, are the narrowest slice of a far richer life.

    Two things matter for me in this: One, that it’s those who have written about their lives who have built, with their physical artifacts, our understanding of whom history. At the beginning, it was the province of an elite class. The change there — when common folk could read and write — meant the historians had a fuller and far richer story of us. (This is not to play down oral tradition, but it’s far easier to distribute stories via the written word these days.) Those who love the democratic tradition should encourage more writing, of all kinds, and from the most complex thoughts (e.g. medical research notes) to the simple (e.g. my stepdaughter is a bright kid and I’m proud of her). Two, and this is hard for us intellectual types to accept, life is happening in the most mundane fashion and it’s in that that we develop. I know far more about some of my former colleagues than they ever shared with me at work because they are documenting and sharing so much more of their lives via Facebook. Their favorite restaurants, their political views, their daily routines — from life with pets to life with partners — all of that is stitched together into a complete tapestry of real human life.

    As you know — because we’ve met in real life — I don’t forgo the in-person experience. I still organize parties, trips, sauna dates, book club, and more for the actual pleasures of the human voice and human touch. But — especially as an immigrant living no easy distance from other friends and family — I find Facebook a great asset to my quest for connectedness.

    Thanks for this excuse to add to the digital debate on the digitally enhanced life!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s