Wulff-Affäre reloaded

Nachdem Ex-Bundespräsident Christian Wulff heute den Deal mit der Staatsanwaltschaft Hannover abgelehnt hat, die Ermittlungen wegen Bestechlichkeit gegen Zahlung von 20.000 Euro einzustellen, kann ich es mir nicht verkneifen, die geschätzten Leser auf meinen Kommentar vom 31.1.2012 hinzuweisen:
Die Doppelmoral der Medien in der Wulff-Affäre
Sämtliche darin geäußerten Kritikpunkte an meiner Zunft, der Medienbranche, halte ich weiter aufrecht. Ein etabliertes Online-Medium hatte den Kommentar damals bezeichnenderweise abgelehnt mit der Begründung, gerade wenn man Kritik an den Medien übe, müsse man differenziert argumentieren und „ohne Schaum vor dem Mund“. Daniel Florian hat ihn daraufhin dankenswerterweise in seinem Blog veröffentlicht.

Allein die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft nach den Monate langen Ermittlungen 20 von 21 Anklagepunkten fallenlassen musste, sollte uns zum Nachdenken bringen. Nicht nur Wulff, sondern auch weite Teile der Politik, Medien, Staatsanwaltschaft und Öffentlichkeit haben sich in der Affäre alles andere als mit Ruhm bekleckert. Auf ihre juristische Fortsetzung darf man gespannt sein.

Ein Gedanke zu „Wulff-Affäre reloaded

  1. Zu diesem Artikel

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article115454723/Wir-haben-kein-Interesse-Wulff-plattzumachen.html#disqus_thread

    habe ich folgenden Kommentar verfasst, der zwar veröffentlicht, nach kurzer Zeit aber wieder entfernt worden ist:

    >>Die Welt: An welcher Stelle war dieser Punkt erreicht?
    Lüttig: In dem Moment, als in der Presse zu lesen war, dass David Groenewold versucht, Beweise aus der Welt zu schaffen.<<

    Diese Äußerung bezieht sich auf den Artikel der BILD-Zeitung vom 08.02.2012 mit dem Titel "Wer bezahlte Wulffs Sylt-Urlaub?", in dem die BILD-Zeitung behauptete, Groenewold wollte den Aufenthalt vertuschen. Online nicht mehr verfügbar, da Groenewold mit Erfolg gerichtlich gegen diesen Artikel vorgegangen ist. Groenewold hat keine Beweise aus der Welt zu schaffen versucht, sondern lediglich Kopien vom Hotel erbeten, was die BILD-Zeitung auch genau gewusst hat, wider besseres Wissen aber verschwiegen hat..

    (Ende des zensierten Kommentars)

    Mein Fazit:
    Springer (Welt) hackt Springer (BILD) kein Auge aus.

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